
Wir fahren nach Helsinki in Finnland. Vom Freitag, den 18. September bis zum Mittwoch, den 30. September 2026. Denn in Helsinki findet die Jugendbegegnung „European Youth Peace Week“ statt. Die Jugendbegegnung wird von der EU gefördert. Es nehmen fast 40 junge Menschen aus Finnland, Belarus und Deutschland und Begleitpersonen teil. Höhepunkt der „European Peace Week wird eine Performance im öffentlichen Raum im Regierungsviertel von Helsinki, um Aufmerksamkeit auf das Menschenrecht auf Asyl für Kriegsdienstverweigerer zu lenken.
Wehrpflicht und entmilitarisierte Zone
Gerade mit Blick auf die in Deutschland stattfindene Debatte um eine mögliche Wiedereinführung einer Wehrpflicht ist der Blick nach Finnland spannend. Dort war die Rekrutierung nie ausgesetzt. Unsere Partnerorganisation „Aseistakieltäytyjäliitto“ (AKL) informiert junge Menschen über die Möglichkeiten, den Wehrdienst zu verweigern und bietet Seminare für Zivildienstleistende an. In Finnland befindet sich seit 1856 außerdem die einzige (?) mit multilateralen Verträgen von allen Anrainerstaaten der Ostsee einschließlich Russlands garantierte entmilitarisierte Zone: Die Alands. Warum die nicht einfach größer machen? Mehr Infos zur gastgebende Organisation Aseistakieltäytyjäliitto (AKL):
https://akl-web.fi/en
Kriegsdienstverweigerung und Asyl
Unsere Belarussische Partnerorganisation ist „Nash Dom“ (unser Haus). Die Aktiven von Nash Dom sind 2020 nach dem leider gescheiterten Aufstand nach den gefälschten Wahlen nach Litauen ins Exil geflüchtet. Seit dem verbrecherischen völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterstützen sie geflüchtete Kriegs- und Kriegsdienstgegner*innen aus Belarus in Litauen, Polen und in Finnland. Denn das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung zählt in der belarussischen Diktatur leider nichts. Mehr Infos zur Arbeit von Nash Dom in Vilnius:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2023/08/22/was-macht-nash-dom-in-vilnius/

Programm:
Das vorläufige Programm der Reise findet ihr hier:
(Freitag, 18.9.) Auf zur Fähre nach Travemünde
Um 18h treffen wir uns am Hauptbahnhof Berlin. Wir steigen in den Zug und fahren zum Fährhafen Lübeck-Travemünde an der Ostsee. Bitte bringt ein Fresspaket für Abendessen und Mitternacht-Snack. Gegen 23h können wir hoffentlich auf die Fähre, gegen 2h legt das Schiff ab.
(Samstag, 19.9.) Fähre auf der Ostsee
Wir hängen den ganzen Tag auf dem Schiff ab. Wir haben Vollverpflegung am Büfett. Es gibt auch viele vegetarische und vegane Sachen zu Essen. Auf der Fähre gibts Internet für Mondpreise a la 20 oder 30 Euro gefühlt pro Stunde. Eindrücke und Bilder von unseren letzten Reise zu AKL nach Helsinki gibts hier:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/08/01/hinterm-ring-far-from-home-in-helsinki/
(Sonntag, 20.9.) Helsinki erkunden
Es gibt Frühstück auf dem Schiff. Aber Beeilung: Wir legen gegen 10h in Helsinki-Vuosaari an. Gegen 12 sind wir in der „Peace Station“, wo wir übernachten. Das ist ein alter Bahnhof im Herzen Helsinkis und ein Treffpunkt der Friedensbewegung in Skandinavien. Unsere Unterbringung dort ist sehr einfach; bitte bringt Isomatte und Schlafsack mit. Die Duschen sind Gruppen-Großraumduschen wie in alten Schul-Turnhallen. Den Nachmittag und Abend haben wir Gelegenheit, Helsinkis Stadtzentrum zu erkunden. Bilder von der Unterkunft in der Peace Station (damit ihr euch das besser vorstellen könnt) gibts in diesem Bericht über unseren letzten Besuch bei AKL in 2024:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/07/10/jugendbegegnungen-planen-leicht-gemacht-in-helsinki/
(Montag, 21.9.) thematische Einführung und Networking :
Ziel dieses Tages ist es, dass sich die Teilnehmenden kennenlernen und sowohl persönlich als auch organisatorisch Kontakte knüpfen. Dies schafft eine Grundlage für Vertrauen und gegenseitiges Verständnis für den weiteren Verlauf der weiteren Jugendbegegnung.
(Dienstag, 22.9.) Finnlands Militärgeschichte verstehen
Ziel ist es, das Verständnis der Teilnehmenden für Finnlands Militärgeschichte und deren Entwicklung hin zur vormaligen Neutralität zu vertiefen. Der Besuch der ehemaligen Festungen und heutigen Naherholungsgebiete von Suomenlinna und Vesikko bietet einen historischen Rahmen für die Diskussion über Wehrpflicht, Militarismus und die wechselnden politischen Loyalitäten des Landes und die deutschen Verwicklungen darin. Bilder und Eindrücke von Suomenlinna gibts es hier:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/07/10/vom-kriegsgebiet-zum-unesco-weltkultur-erbe/
(Mittwoch, 23.9.) Politische Interessenvertretung und Aktivismus
Die Vorbereitung auf ein Treffen mit Abgeordneten des finnischen Parlaments (Eduskunta) vermittelt den Teilnehmenden Techniken der Interessenvertretung, beispielsweise wie man Argumente wirkungsvoll präsentiert und mit politischen Entscheidungsträgern interagiert. Diese Sitzung soll die Teilnehmenden dazu befähigen, sich am politischen Dialog über Antimilitarismus und Menschenrechte zu beteiligen.
(Donnerstag, 24.9.) Öffentlicher Aktivismus
Die Performance im öffentlichen Raum soll das Selbstvertrauen der Teilnehmenden im öffentlichen Reden und im künstlerischen Aktivismus stärken. Hier gibts kein Gruppenzwang: Wenn Du nicht mitmachen mags, ist das voll ok.
(Freitag, 25.9.) Lernen und Selbstorganisation
Die Teilnehmenden erhalten eine inhaltliche und praktische Schulung zur Organisation einer Food-Not-Bombs-Veranstaltung.
(Samstag) 26.9.) Gemeinschaftliches Engagement und Solidarität
Die Veranstaltung „Nahrungsmittel statt Bomben“ zielt darauf ab, Werte der Gemeinschaft und Solidarität zu vermitteln und aufzuzeigen, wie Friedensaktivismus durch direkte Aktionen und Ressourcenteilung Gestalt annehmen kann. Diese Veranstaltung verknüpft Antimilitarismus mit umfassenderen Fragen der sozialen Gerechtigkeit wie Armut und Ungleichheit.
(Sonntag, 27.9.) Reflexion und Dokumentation
Der letzte Tag steht im Zeichen der Auswertung des Austauschs. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden ihre Erfahrungen reflektieren, Feedback austauschen und ihre Lernerfahrungen dokumentieren. Wir hoffen hier einen Grundstein legen zu können für den Aufbau eines transnationalen Jugendnetzwerks (Baltic Antimilitarist Nezwork (BAN!)) zur fortgesetzten Zusammenarbeit nach der Begegnung.
(Montag, 28.9.) Auf zur Fähre durch Helsinki
Wir verlassen nach dem Frühstück die Peace Station. Wir fahren mit U-Bahn und Bus zum Fährhafen Helsinki-Olympia. Der Weg führt quer durchs Stadtzentrum. Wir haben Zeit für das Kaufen von Andenken (in Finnland ist der Euro die Währung). Gegen 17h legt unsere Fähre ab. Es gibt Bufett-Abendessen auf der Fähre. Mit vegan. Die Fähre fährt durch die entmilitarisierte Zone der Äland-Inseln über Mariham (Ankunft gegen 4.30). Auf der Fähre gibts Internet für Mondpreise a la 20 oder 30 Euro gefühlt pro Stunde. Bilder und Eindrücke von der Reise auf dem Schiff gibts hier:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/08/01/hinterm-ring-far-from-home-in-helsinki/
(Dienstag, 29.9.) Stockholm, Nachtzug
Gegen 10h kommen wir hoffentlich in Stockholm im Fährhafen „Värnaterminalen“ an. Jetzt müssen wir ein halbe Stunde laufen. Zur Metro-Station „Gärdet“. Von hier gehts mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof. Falls dein Fresspaket leider schon alle ist, gibt es im Hauptbahnhof Stockholm einen Supermarkt. Doch Achtung: Du musst mit Karte oder mit Schwedischen Kronen zahlen (1 EUR entspricht ungefähr 10 SKK). Hier ist Zeit für ein Selfi und kleinen Stadtbummel, denn der Nachtzug nach Berlin fährt erst um 16.25 ab. Das Schloß der Königsfamilie, der Reichstag und die Altstadt sind in Laufreichweite. Mit dem Nahverkehr ist auch das Vasa-Museum erreichbar. Der Nachtzug hat kein Internet. Eindrücke und Bilder von der Reise im Nachtzug gibts hier:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/08/01/hinterm-ring-far-from-home-in-helsinki/
(Mittwoch, 30.9.2026) Back in Berlin!
Der Nachtzug kommt laut Fahrplan gegen 7.30 in Berlin-Gesundbrunnen an.

Sprache?
Die Verständigungssprache während der Begegnung ist Englisch.
Kosten?
Die EU zahlt die Reisekosten, den Nahverkehr, der mit dem Programm zusammen hängt, das Essen, das wir bereitstellen, und die Unterkunft.
Alter?
Damit die EU für dich zahlt, musst Du zwischen 18 ud 30 Jahren alt sein.

Unterkunft?
Wir übernachten in Helsinki in der „Peace Station“. Die Unterbringung dort ist sehr sehr einfach und schlicht. Bitte bring Schlafsack und Isomatte mit. Wir schlafen gemeinsam in Räumen, die eigentlich im Normalbetrieb eine andere Funktion haben. Die Duschen sind in einer Gruppen-Großraumdusche wie in alten Schul-Turnhallen. Wir machen ne Duschampel.

Auf den Fähren übernachten wir in Kabinen mit vier Betten. Die Kabinen haben Nasszellen samt Dusche. Bilder und Eindrücke von der Unterkunft gibts hier:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/07/10/jugendbegegnungen-planen-leicht-gemacht-in-helsinki/
Reiseweg?
Wir fahren Fähre und Nachtzug.
Hinreise
Auf der Hinreise fahren wir mit der Reederei Finlines mit einer Fähre ab Travemünde direkt nach Helsinki. Wir schlafen in Betten in Kabinen für 3 bis 4 Personen. Bettzeug gibt es. Die Kabinen haben Klo und Dusche. Aber nicht unbedingt ein Fenster. Wir haben auf der Finnlines-Fähre Vollverpflegung am Büfett. Da gibt es auch vegetarische und vegane Sachen.
Rückreise
Auf der Rückreise fahren wir mit einer Fähre der Reederei Viking oder Silja von Helsinki nach Stockholm. Wir schlafen in Betten in Kabinen für 3 bis 4 Personen. Bettzeug gibt es. Die Kabinen haben Klo und Dusche. Aber nicht unbedingt ein Fenster. Wir haben auf der Fähre Abendessen und Frühstück am Büfett. Da gibt es auch vegetarische und vegane Sachen. Ab Stockholm fahren wir Nachtzug. Vermutlich Holzklasse: Klo aufm Gang und keine Dusche, aber mit Fenster. Es gibt auch nix zu Essen oder Trinken und wenn doch ist es scheißeteuer. Du brauchst also ein Fresspaket samt Getränke für Stockholm und die Fahrt im Nachtzug. Hier sind Bilder und Eindrücke von der Fähre und vom Nachtzug:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/08/01/hinterm-ring-far-from-home-in-helsinki/
Mitbringen?
– gültiger (!!!) Personalausweis oder Reise-Pass
– Schlafsack
– Isomatte
– Fresspaket für den ersten Reisetag
– Spiel oder Buch, um die Zeit auf der Fähre rumzukriegen
– Was du brauchst um dich wohlzufühlen
– Sauna-Sachen (großes Handtuch und Badelatschen)
Sauna:
Unsere Unterkunft hat eine Sauna. Außerdem stehen in Finnland öffentliche Saunen in der Gegend rum wie bei uns Dönerbuden und Spätis. Falls Du die Sauna ausprobieren möchtest (hier gibts auch wieder kein Gruppenzwang; wer nicht mag, muss nicht).
Sauna-Guide, von jemand, der schon da war:
„Als ich dort war, waren Badesachen optional. Viele Finn*Innen waren einfach nackt in der Sauna. Ein Handtauch zum Darunterlegen wird zwingend gebraucht. Manchmal gibts Schließfächer; für die man allerdings ein eigenes Vorhängeschloss mitbringen muss. Umkleidekabinen oder ähnliches gibt es oft nicht. Man sieht sich ja eh nackt in der Sauna. Notfalls kann man sich ein Handtuch umbinden oder gegenseitig helfen. Die Sauna war nicht nach Geschlechtern getrennt. Als ich dort war lief die Sauna schon auf Hochturen, gegebenenfalls muss man aber selbst Holz hacken und Feuer machen. Ich weiss nicht ob es dort Werkzeug gibt, gehe aber stark davon aus. Ein Feuerzeug für alle Fälle wäre gut. Badesachen mitzunehmen lohnt sich aber trotzdem um nach der Sauna ins Meer zu springen, zu baden und anschließend dort abzuhängen, sofern ihr das nicht auch alles nackt machen wollt. Es gibt oft Feuerstellen auf denen gegrillt werden kann. Wenn der Besuch dort etwas länger gehen darf würde ich Grillzeug mitnehmen.“
Barrierefreiheit
Leider ist sowohl der Nachtzug während der An- und Abreise als auch die Hütte unserer Partnerorganisation vor Ort nicht barrierefrei. Falls für dich Barrierefreiheit wichtig ist, versuchen wir mega gerne eine Lösung zu finden. So wäre eine barrierefreie An- und Abreise mit dem Flugzeug möglich, ein barrierefreies Hotelzimmer extra anmieten möglich und wir würden versuchen über andere NGOs und/ oder Gewerkschaften vor Ort eine barrierefreien Workshop-Ort zu bekommen. Weis uns einfach kurz bei der Anmeldung oder vorab per Mail darauf hin: vernetzungpartizipation@riseup.net
Anmelden?
Ja bitte unter vernetzungpartizipation@riseup.net
Motivationsschreiben?
Bitte schick uns bei der Anmeldung ein kurzes (!) Motivationsschreiben:
Wer bist du?
Was machst Du?
Warum willst du mit?
Halbe Seite reicht.
Mehr Infos:
Von unserer Reise nach Helsinki zu AKL 2024 gibts drei Berichte:
Jugendbegegnungen planen leicht gemacht in Helsinki:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/07/10/jugendbegegnungen-planen-leicht-gemacht-in-helsinki/
Hinter’m Ring; Far from Home in Helsinki:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/08/01/hinterm-ring-far-from-home-in-helsinki/
Vom Kriegsgebiet zum UNESCO-Weltkultur-Erbe:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/07/10/vom-kriegsgebiet-zum-unesco-weltkultur-erbe/
Die Jugendbegegnung „European Peace Week“ wird von der Europäischen Union im Rahmen von Erasmus + gefördert.

Das Projekt wird finanziert von der Europäischen Union. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung der Autor:innen wieder. Die EU-Kommission und Jugend für Europa haften nicht für Folgen aus der Wiederverwendung.