Ihren Unmut über die nationalsozialistische Besatzung drückten Niederländer*innen oft in der Unterstützung ihres Königshauses Oranje-Nassau aus, zum Beispiel durch die Nutzung von Farben und Symbolen des Königshauses oder gar mit einer Geburtsanzeige für ein Kind, das die Namen der Königsfamilie trug.
So in etwa könnte eine polnische Protestaktion gegen die nationalsozialistische Zwangsarbeit ausgesehen haben, die nur in einer Gestapo-Akte dokumentiert ist. Die Nazis gaben mit dem Slogan „Jedź z nami do Niemiec“ (dt.: „Fahrt mit uns nach Deutschland“) nach Außen den Anschein, die Zwangsarbeit basiere auf Freiwilligkeit. Polnische Widerständler*innen änderten den Spruch in „Jedźcie sami do Niemiec“ (dt.: „Fahr selbst nach Deutschland!“), was wir per Bildbearbeitung in rot in ein Foto der Propagandaparole montiert haben. Mit solchen geistreichen Eingriffen in die Propaganda der Zwangsarbeit setzten Widerständler*innen öffentliche Zeichen gegen die deutschen Besatzer. Die Nazis stellten solche Aktionen unter Todesstrafe.
Aus dem belgischen Widerstand sind überraschenderweise mindestens zwei gefälschte Zeitungen überliefert. Gefälschte Zeitungen Als der ganz heiße Scheiß werden immer wieder gefälschte Tageszeitungen vermarktet. Das Konzept dahinter ist immer gleich: Man druckt eine Zeitung im offiziellen Erscheinungsbild. Die Zeitung verkündet jedoch nur gute Nachrichten und zeigt damit, dass eine andere Welt möglich wäre. Doch diese Idee ist nicht neu, bereits der Belgische Widerstand verwendete dieses Konzept.
Eine der wenigen Widerstandsorganisationen im deutschen Faschismus war die sogenannte „Rote Kapelle“. Eine der bekanntesten Aktionen des Netzwerkes ist ausgerechnet eine Adbusting-Aktion. Damit protestierten etwa 20 Menschen mitten im Faschismus mitten in Berlin gegen eine rassistische und antisemitische Ausstellung von Beutewaffen. Leider verurteilte und ermordete die deutsche Justiz für diese Aktion einige ihrer Angehörigen brutal mittels Würgegalgen.
Mit dem Projekt „Wir forschen! Kreativer Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ suchen wir Spuren von subversiven Kommunikationsguerilla-Aktionen gegen die Nazis. Warschau ist dafür ein guter Ort. Die polnische Hauptstadt war während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg gleich zweimal der Ort von Aufständen. Dies zeigt sich auch in den Museen der Stadt. Militärische Themen dominieren, doch unter den Exponaten sind auch einige Zeugnisse von subversiven kreativen und künstlerischen Widerstandshandlungen.
In unserem Solidaritätsprojekt „Wir forschen“ haben wir über kreativen Widerstand gegen den Nationalsozialismus recherchiert und in Schreibwerkstätten Texte dazu geschrieben. Jetzt rückt das Finale näher: Unsere Ausstellung. Deswegen beschäftigen wir uns ein Wochenende mit Layout und Ausstellungsdesign.
In unserem Solidaritätsprojekt „Wir forschen: Kreativer Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ haben wir mittlerweile viel erlebt. Deshalb ist es Zeit für eine zweite Schreibwerkstatt. Ein Wochenende lang wollen wir uns mit dem Schreiben von Texten beschäftigen und unsere Erlebnisse, Eindrücke und Ergebnisse festhalten.
In unserem Solidaritätsprojekt „Wir forschen: Kreativer Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ haben wir mittlerweile viel erlebt. Deshalb ist es Zeit für eine Schreibwerkstatt. Ein Wochenende lang wollen wir uns mit dem Schreiben von Texten beschäftigen und unsere Erlebnisse, Eindrücke und Ergebnisse festhalten.
Unsere erste Exkursion mit dem Solidaritätsprojekt „Wir forschen: Kreativer Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ führte uns in die Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin. Neben der Dauerausstellung haben wir uns dort die Sonderausstellung „1945 – Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Kriegsende“ angesehen. Die Ausstellung zeigt über ein dutzend Beispiele für Versuche, im letzten Moment die Verteidigung von Städten zu sabotieren und sie relativ heil an die Alliierten zu übergeben. Mehrere Beispiele stammen aus Berlin. Wir entdeckten die Gruppe „Onkel Emil“, die in den letzten Kriegstagen heimlich die Häuser am Kurfürstendamm mit „Nein!“ in Weiß voll pinselte.