Di. 17.11.-So. 22.11.26 Exkursion „Wir und die EU“: Auf nach Den Haag!

Wir fahren nach Den Haag! Mit unserem Jugendbeteiligungsprojekt „Wir und die EU“. Denn Den Haag ist Sitz der Europäischen Justiz (Eurojust), des Internationalen Strafgerichtshofs (IstGH) und vieler internationaler Rechtsbehörden. Das ist kein Zufall: 1899 und 1907 fanden hier im Friedenspalast die ersten u.a. von Bertha von Suttner angeregten modernen Friedenskonferenzen statt, die in die „Haager Landkriegsordnung“ mündeten. Später waren in Den Haag die Gerichtshöfe des Völkerbundes ansässig. Und das wollen wir uns mal anschauen!

Nach fast zwei Jahren Laufzeit geht im November unser von der EU gefördertes Jugendpartizipationsprojekt „Wir und die EU“ dem Ende entgegen. Nach Workshops, Exkursionen, Gesprächen mit Entscheidungsträgern, einer Reise nach Brüssel kommt jedoch zum Finale noch ein Höhepunkt: Eine Reise in die Niederlande! Es geht mit dem Zug nach Den Haag, an die niederländische Nordseeküste. Wir besuchen die Europäische Justiz (eurojust) und den Internationalen Strafgerichtshof. Außerdem fahren wir nach Amsterdam ins Widerstandsmuseum. Und wir setzen bei einer Foto-Ralley unsere Fragen an die EU performativ in den öffentlichen Raum. Hier alle Infos zur Reise zur EU nach Den Haag.

Unser Programm:

Di. 17.11. Hinfahrt Nachtzug European Sleeper Berlin Hbf 22.51
Wir fahren mit dem European Sleeper über Nacht in die Niederlande. Wir treffen uns auf dem Gleis. Bitte sei so 15- 20 Minuten früher da. Packe bitte etwas zu Essen ein. Einen Mitternachtssnack, aber gerne auch was zum Frühstück. Bitte habe wegen des Grenzübertritts in die Niederlande deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass greifbar. Morgens um 7.30 sind wir in Amsterdam. Von da geht es mit dem Regio oder der S-Bahn in das etwa 30 min entfernte Den Haag.

Mi. 18.11.2026 Friedenspalast (Internationaler Strafgerichtshof)
Wir kommen morgens an, gehen frühstücken, beziehen das Hostel und dann besichtigen wir ein Stück Geschichte der Friedensbewegung. Die bürgerliche Friedensbewegung im 19. Jahrhundert um Bertha von Suttner und Alfred Hermann Fried versuchte mit Appellen an Regierungen Kriegsgefahr durch Entspannung und völkerrechtliche Verträge zu verringern, ohne Selbstverteidigung und Rüstung prinzipiell abzulehnen. Mit einigem Erfolg: 1899 und 1907 fanden in Den Haag die ersten modernen Friedenskonferenzen statt. Diese hatten sogar konkrete Ergebnisse: Die Haager Konventionen für einen humaneren Krieg, aus dem später die bis heute gültigen Genfer Konventionen wurden. Den Konferenzort gibt es noch: er ist heute ein Museum, nachdem dort der Gerichtshof des Völkerbundes und auch der Internationale Strafgerichtshof der Vereinten Nationen seinen Sitz hatte. Wir ergründen hier eine Wurzel der heutigen Friedensbewegung und ihrer Probleme.

Do. 19.11.2026 Eurojust
Eurojust ist die europäische Staatsanwaltschaft. Laut Wikipedia kümmert sich Eurojust um grenzüberschreitende Strafverfahren auf europäischer Ebene. Sie soll die Arbeit der nationalen Justizbehörden Europas im Bereich der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität im Allgemeinen koordinieren und den Informationsaustausch zwischen den nationalen Justiz- und Polizeibehörden fördern. Arbeitsbereiche sind die Terrorismusbekämpfung, die Bekämpfung und Prävention des illegalen Waffenhandels, des Drogenhandels, des Menschenhandels, der Kinderpornografie und der Geldwäsche. Außerdem sammelt die Behörde Beweise zu Kriegsverbrechen weltweit und besonders in der Ukraine. Wir wollen hier erfahren, warum die EU die Schattentanker von Russland nicht einfach an die Kette legt.

Fr. 20.11.2026 Widerstandsmuseum Amsterdam
Unter der deutschen Besatzung verteidigten die Niederländer ihre jüdischen Mitbürger*innen gegen den tödlichen Zugriff der Nazis. Wie das gelang, zeigt das Widerstandsmuseum in Amsterdam. Das ist spannend, weil in Deutschland beim Judenmord ja fast alle mitgemacht haben. Und weil es zeigt, wie man Menschen und Gemeinschaften unter einer Besatzung gewaltfrei verteidigen kann, wenn das mit Kriegstüchtigkeit vor allem teuer und erfolglos war. Da das bei der aktuellen deutschen Aufrüstung absehbar ist, hoffen wir hier etwas über gewaltfreien Widerstand gegen eine mögliche russische Besatzung zu lernen. Außerdem zeigt das Museum Beispiele von kreativen Widerstand, wie uns unsere Freunde, die das Solidaritätsprojekt „Wir forschen“ machen, versichern.

Sa. 21.11. Interventionen im öffentlichen Raum
Ja, das Bild ist aus Brüssel (von unserer Exkursion zur EU im Januar 2026), nicht aus Den Haag. Aber wir hoffen damit einen Eindruck geben zu können, wie wir uns unsere besondere Aktivität im öffentlichen Raum vorgestellt haben: Wir machen eine Foto-Ralley. Und das geht so: In der Vorbereitung auf die Tour zur EU nach Den Haag haben wir Fragen an die EU vorbereitet. Diese haben wir auf Pappschilder gemalt. Jetzt suchen wir gute Orte für unsere Fragen in Den Haag. Zum Beispiel vor den Gebäuden der EU. Und machen dort Fotos von den Orten und unseren Schildern mit unseren Fragen an die EU. Damit dokumentieren wie die Reise und unsere Fragen für die Ausstellung, die wir am Ende des Projektes planen. Auf unserer ersten Reise zur EU nach Brüssel im Januar 2026 sah das so aus: https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2026/01/14/oeffentliche-performance-in-bruessel-unsere-fragen-an-die-eu/

Und wer nicht möchte, schaut sich nochmal das Stadtzentrum oder das Schloss oder den Strand an.

So. 22.11. Rückfahrt 11:55 Den Haag Central – 20:22 Berlin Hbf
Wir frühstücken im Hotel, und dann ab zum Bahnhof. Da gibts noch Gelegenheit, Andenken oder Proviant oder Spezialitäten im auch Sonntags geöffneten Supermarkt zu kaufen. Oder eine Waffel oder eine Pommes mit Frikandel zu essen. Oder darf es ein Tütchen Lakritz sein? Und dann ab nach Haus nach Berlin! Currywurst!

Wann?
Los geht es am Dienstag, den 17. November 2026 um 22.51 Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen (Keine Experimente: Das ist wegen Baustellen der einzige Halt in Berlin!). Wir treffen uns auf dem Gleis. Seit bitte etwas früher da.

Wieder in Berlin sind wir am Sonntag, den 22. November 2026 abends nach 20.30 Uhr.

Wo?
Treffen ist am Bahnhof Gesundbrunnen auf dem Gleis, wo der Zug fahren wird.

Kosten?
Die EU zahlt die Reisekosten, den Nahverkehr, der mit dem Programm zusammen hängt, das Essen, das wir bereitstellen, und die Unterkunft.

Alter?
Damit die EU für dich zahlt, musst Du zwischen 18 und 30 Jahren alt sein.

Unterkunft?
Wir übernachten in einem Hostel in Mehrbettzimmern.

Mitbringen?
– Irgendwas zum Zudecken im Nachtzug (Bettlacken? dünne Decke?)
– Was zu Essen im Nachtzug
– gültiger (!!!) Personalausweis oder Reise-Pass. Du kommst bei Eurojust und beim Internationalen Strafgerichtshof sonst nicht rein. Und da können wir auch nix machen. Die Tür da ist krasser als Berghain.

Anmelden?
Unbedingt; bitte unter vernetzungpartizipation@riseup.net

Motivationsschreiben?
Bitte schick uns bei der Anmeldung ein kurzes (!) Motivationsschreiben:
Wer bist du?
Was machst Du?
Warum willst du mit?
Halbe Seite reicht dicke. Bitte echt nicht mehr. Wir müssen das ja alles lesen…

Mehr Infos über unsere Unternehmungen:

Unser Tripp „Wir und die EU“ nach Brüssel 2026:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2026/01/14/oeffentliche-performance-in-bruessel-unsere-fragen-an-die-eu/

Projektwoche „Whose streets? Our streets! Werbung im öffentlichen Raum hinterfragen“ in Berlin 2026: https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2026/04/04/deutsch-franzoesisches-vernetzungstreffen-zu-werbung-gipfelt-in-interventionen-im-oeffentlichen-raum-fuer-berlin-werbefrei/

Unsere Tour nach Barcelona zum „Ban fossile ads gathering“ 2025:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2025/10/09/bericht-vom-fossil-ad-ban-gathering-in-barcelona/

Wir in Helsinki beim Training zum EU-Anträge schreiben 2024:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2024/08/01/hinterm-ring-far-from-home-in-helsinki/

Wir in Vilnius 2023 bei der belarussischen Menschenrechtsorganisation Nash Dom:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/sample-page/jugendbegegnung-2023/tagebuch-vilnius/

Projektwoche „Human rights in times of war“ 2023 in Berlin:
https://vernetzungpartizipation.noblogs.org/post/2023/10/10/graffitiaktion-am-bundestag-asyl-fuer-belarussische-kriegsdienstverweigerinnen/